Herzerkrankungen: Psychische Probleme als Risikofaktor

depressiver Mann
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Seelische Probleme haben einen entscheidenden Anteil an der Entstehung und dem Verlauf von vielen kardiologischen Erkrankungen. Aus diesem Grund ist man sich in Fachkreisen darüber einig, dass zukünftig in der Behandlung mehr auf die Psyche des Patienten eingegangen werden soll.

Psyche wichtig für Genesung

In Fachkreisen gibt es laut Karl-Heinz Ladwig vom Institut für Epidemiologie des Helmholtz-Zentrums München keinen Zweifel mehr daran, dass seelische Probleme negativen Einfluss auf die Lebensqualität, den Schweregrad und den Verlauf der Grundkrankheit der Herzpatienten nehmen. Aus diesem Grund sollte die Behandlung sich nicht nur mit der Krankheit an sich, sondern eben auch mit den psychischen Problemen befassen, damit ein besseres Ergebnis in der Therapie erzielt werden kann.

Forschungsstand

Am Samstag treffen sich Experten aus aller Welt zum Psychokardiologischen Symposium in München, damit sie sich über die aktuellen Forschungsergebnisse austauschen können. Bedeutende Forschungsfelder sind Entzündungsreaktionen, die Endokrinologie (Hormonlehre) und das autonome Nervensystem. Laut Ladwig haben Patienten mit Angststörungen oder Depressionen ein schlechteres autonomes Nervensystem. Ein Wissenschaftlerteam vom Helmholtz-Zentrum München,  der Technischer Universität und dem Deutschem Herzzentrum hat nachgewiesen, dass Herzinfarkt-Patienten, die zusätzlich unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, ein dreieinhalbfach erhöhtes Risiko haben, früher zu sterben als „normale“ Herzinfarktpatienten. Psychische Belastungen sind ein ebenso anerkannter Risikofaktor wie beispielsweise Rauchen, Alkohol oder Übergewicht.

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