Alter Mann fasst sich an die Stirn

In Deutschland leiden etwa 1,2 Menschen unter Demenz. Obwohl so viele an Demenz erkranken, ist sie eine kaum erforschte Krankheit. Greifswalder und Rostocker wollen dies ändern und mit Hilfe ihrer Studie dazu beitagen, dass Betroffene zukünftig besser beraten und versorgt werden.

DelpHi-MV

Die Studie bekam den Namen „DelpHi-MV“: Demenz: lebenswelt- und personenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Studie startet heute und soll über die nächsten 3 Jahre gehen. Speziell geschulten Krankenschwestern und Pfleger werden in dieser Zeit etwa 1000 Demenz-Kranke begleiten und behandeln. Die Fortschritte der einzelnen Probanden werden aufgezeichnet und sollen für Verbesserungen im Behandlungssystem sorgen.

Frühdiagnose muss gefördert werden

Demenz kann schon 2 Jahre bevor ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten auftreten diagnostiziert werden. Viele Ärzte und Betroffene wissen gar nichts von dieser Möglichkeit, obwohl zu diesem Zeitpunkt mit Medikamenten und Reha-Verfahren der Zustand über mehrere Jahre stabil gehalten werden kann. Professor Wolfgang Hoffmann von der Universität Greifswald nimmt aus diesem Grund auch diese Komponente mit in die Studie auf. Er ist bestützt darüber, dass Demenz immer noch ein Tabuthema ist, obwohl so viele Patienten darunter leiden.

1,7 Millionen Euro von der Landesregierung

Die Landesregierung ist der Meinung, dass die Studie dabei helfen kann, die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft zu bewältigen. Aus diesem Grund bezuschusst sie das Projekt mit 1,7 Millionen Euro jährlich. Schätzungsweise sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 30.000 Menschen an Demenz erkrankt, bundesweit sind es derzeit 1,2 Millionen, jedoch gehen Experten davon aus, dass bis 2050 die 2 Millionenmarke überschritten sein wird, außer es kommt zu einem Durchbruch in der Behandlung von Demenz.

 

Bild: © damato – Fotolia.com

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