Erkältung: Wir prüfen die Mythen

erkältete Frau
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Über Erkältungen kursieren eine Menge Mythen und Märchen, deren Wahrheitsgehalt nicht immer ganz geklärt ist. Wir prüfen diese Erkältungsmythen und klären Sie darüber auf, welchen Sie Glauben schenken können und welchen Sie nicht vertrauen sollten.

Erkältungsmythos 1: Jede Erkältung dauert 14 Tage

Die Mehrheit der Bevölkerung vertritt immer noch die Meinung, dass jede Erkältung 14 Tage dauert, egal ob man einen Arzt zu Rate zieht oder nicht. Allerdings stimmt das so nicht ganz. Denn eine Erkältung ist bereits nach 9 Tagen überstanden, wobei eine alte Weisheit gilt: Eine Erkältung kommt 3 Tage, bleibt 3 Tage und geht 3 Tage. Anstatt 14, beträgt die Dauer einer Erkältung also 9 tage. Richtig ist allerdings, dass ein Arztbesuch an der Dauer nichts ändert, denn bisher konnten nur die Erkältungssymptome gelindert werden, jedoch nicht die Zeit, die eine Erkältung anhält.

Erkältungsmythos 2: Antibiotika bei einer Erkältung

Bei einer Erkältung sollte man immer sofort Antibiotika einnehmen, da diese sich sonst nicht vertreiben lässt. Diese Aussage ist falsch, da Antibiotika ausschließlich Bakterien bekämpfen, eine Erkältung aber von Viren ausgelöst wird, gegen die das Antibiotikum nichts ausrichten kann. Allerdings gibt es Fälle, bei denen zur normalen Virusinfektion, eine bakterielle Infektion hinzukommt, beispielsweise eine Bronchitis. In diesem Fall ist es durchaus sinnvoll, auf Antibiotika zurückzugreifen. Allerdings sollten Antibiotika niemals vorsorglich eingenommen werden, da die Bakterien sonst eine Resistenz entwickeln könnten.

Erkältungsmythos 3: Heiße Milch mit Honig für den Hals

Eine heiße Milch mit Honig gilt als altes Hausmittelchen gegen Halsschmerzen und schmeckt außerdem sehr lecker. Dieser Mythos entspricht der Wahrheit, alle heiße-Milch-mit-Honig-Trinker könnten also aufatmen. Allerdings sollte eine Sache beachtet werden: da die wertvollen Honigenzyme sehr hitzeempfindlich sind, sollte der Honig erst in die Milch gegeben werden, wenn diese Trinktemperatur hat, sonst ist das alte Hausmittelchen doch nutzlos.

Erkältungsmythos 4: Küssen verboten

Wer erkältet ist, muss auf Küsse verzichten, oder? Nein, das stimmt so nicht, denn das Küssen kann sich sogar positiv auf das Immunsystem auswirken. Beim Küssen steigt der Puls, die Durchblutung wird angeregt, Endorphine und Adrenalin ausgeschüttet. Diese Phänomene führen zu einer Verbesserung der körpereigenen Abwehrstoffe und helfen so im Kampf gegen die Erkältung. Eine Ansteckungsgefahr für en Partner besteht übrigens nicht, da die Erkältungsviren durch den Speichel sofort in den Magen gespült werden, wo sie der Magensäure zum Opfer fallen. Allerdings sollte man auf direktes Anhusten oder Anniesen besser verzichten.

Erkältungsmythos 5: Erkältungen nur bei Kälte

Erkältungen haben zwar in der nasskalten Jahreszeit ihre Saison, kommen jedoch auch im Rest des Jahres vor. Die Häufigkeit der Erkältungen im Herbst und Winter lässt sich relativ leicht erklären: Menschen neigen im Winter dazu, sich in schlecht belüfteten Räumen zu versammeln, etwa bei Weihnachtsfeiern oder in den Kaufhäusern beim Weihnachtseinkauf. Die kurzen Abstände zwischen den Personen, erleichtern es den Viren, sich auszubreiten. Im Sommer begünstigen dagegen Klimaanlagen die Erkältungsviren, da sie die Schleimhäute austrocknen und diese dann den Körper nicht mehr genügend schützen können.

Erkältungsmythos 6: Hustenbonbons bei Husten

Hustenbonbons beim Husten sind quasi unentbehrlich. Doch helfen sie auch? Ja, denn sie beruhigen den gereizten Hals- und Rachenraum und lindern so die Beschwerden. Doch Hustenbonbons bekommen Konkurrenz: Und zwar von Schokolade! Forscher des Imperial College of London fanden bereits 2004 heraus, dass Theobromin, das in Schokolade enthalten ist, sogar noch wirksamer ist als Kodein, das in den Arzneimitteln enthalten ist.

Erkältungsmythos 7: Grippeimpfung schützt auch vor einer Erkältung

Irrtümlicherweise nehmen immer noch viele Patienten an, dass die Grippeschutzimpfung auch vor einer Erkältung schützt. Dies ist aber keineswegs so, da die Grippeimpfung nur vor der echten Grippe, der Influenza, schützt und nicht vor einem grippalen Effekt, also einer Erkältung. Eine Impfung gegen Erkältungen gibt es derzeit auch noch nicht, also heißt es: Die Abwehrkräfte stärken und hoffen, dass es einen nicht erwischt.

Erkältungsmythos 8: Händewaschen und Desinfizieren schützt vor der Ansteckung

Da die Erkältungsviren keine Proteinmembran haben, aber nur Viren mit einer solchen Membran empfindlich gegenüber alkoholischen oder aldehydischen Lösungsmitteln sowie Seifen sind, können Desinfektionsmitteln den Erkältungsviren kaum etwas ausmachen. Allerdings ist das Händewaschen keineswegs sinnlos, da die Erkältungsviren mit viel Wasser und Seife, sowie durch das Benutzen eines Handtuchs, von den Händen abgespült oder heruntergewischt werden können.

Erkältungsmythos 9: Übertragung durch Niesen und Husten

Landläufig gilt die Meinung, dass eine Erkältung ausschließlich über Niesen oder Husten übertragen wird, dem ist allerdings nicht so, denn nicht nur durch das Niesen oder Husten im Umkreis von vier Metern kann eine Ansteckung erfolgen, sondern auch durch Tröpfchen in der Atemluft eines Erkrankten. Dieser feine Nebel kann sich mehrere Minuten lang in der Luft halten. Eine weitere Ansteckungsmöglichkeit besteht bei direkten Hautkontakt.  Wenn sich der Erkrankte die Nase geputzt hat oder in die Hand genießt hat, sitzen die Erkältungsviren auf seiner Haut und beim Händeschütteln oder beim Berühren eines Gegenstandes überträgt er diese Viren. Aus diesem Grund sollte man anstatt in die Hand zu niesen, in die Ellbogenkehle niesen bzw. husten, da diese von anderen Menschen normalerweise nicht berührt wird.

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