Essstörungen: wenn das Schönheitsideal zur Gefahr der eigenen Kinder wird

Täglich mühen wir uns ab, nicht zu viel zu essen, gesunde Nahrung und möglichst fettarm. Alle paar Tage strampeln wir dann wie wild im Fitness-Studio. Unseren Kindern leben wir dabei ein sehr gefährliches Körperbewusstsein vor. Immer jünger werden die Jugendlichen, die an Essstörungen wie Bulimie und Magersucht erkanken. Eltern schauen dabei oft lange nicht hin. Doch die psychischen Störungen können gefährlich werden – lebensgefährlich!

essstörungen bei kindern
Wenn das eigene Selbstbild nicht mehr stimmt…

Die perfekten Eltern

Noch bevor das eigene Kind auf die Welt kommt informieren wir uns darüber, welche Nahrungsmittel für es gesund sind und welche nicht. Später wird dann streng kontrolliert, was auf den Teller kommt. Süßes und Chips sind von Anfang an verboten. Nebenbei legen wir großen Weg auf Sport und die eigene Figur. Kinder nehmen das als Vorbild und wollen ihren Eltern gefallen. Kinder und Jugendliche mit Essstörungen berichten oft von großen Selbstzweifeln und dem Drang nach Perfektion, um von den eigenen Eltern geliebt zu werden. Eine Studie belegt nun, dass Eltern zu lange wegschauen – gar stolz auf den Fleiß der Kinder sind. Dabei wäre es wichtig, dem Kind rechtzeitig zu helfen. Denn hat sich eine Essstörung erst mal manifestiert und zu einem echten, psychischen Problem entwickelt, dann wird es schwer, diese wieder los zu werden.

Was ist gesunde Ernährung?

Klar ist aber auch, dass wir als Eltern natürlich die Pflicht haben, unser Kind gesund zu ernähren. Das heißt, dass ein ausgewogener Ernährungsplan Grundlage sein muss. Wichtig ist aber auch, dass man gemeinsam isst und dabei das gleiche isst, wie das eigene Kind. Wer an der Möhre nagt, während das Kind Nudeln essen soll, der lebt eine falsche Wahrheit vor. Daneben müssen Kinder aber auch den Genuß von Essen lernen. Schokolade und Kuchen sind nicht böse, sie sind nur Luxus und sollten eben nur ab und an gegessen werden. Auch Sport sollte für Kinder nicht Mittel zum Zweck sein, sondern Spaß bringen.

Was tun, wenn das eigene Kind erkrankt ist?

Immer jünger werden die Kinder, meist Mädchen, die mittels Diäten abnehmen wollen. Da findet man schon Grundschulkinder, die denken, sie seien zu dick. Wem auffällt, dass das eigene Kind keine Freude mehr am Essen zeigt, der sollte eingreifen. Nicht immer nehmen Essgestörte auch unmittelbar ab. Perfektionismus und strenge Selbstdisziplin sind viel frühere Zeichen. Wer sich alleine nicht zutraut, damit umzugehen oder auch unsicher ist, der sollte sich an Beratungsstellen von Pro Familia wenden.

Bild: Lisa A, shutterstock.com

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