Aids und HIV: die wichtigsten Infos

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Aids und HIV ist trotz vieler Kampagnen leider allzu häufig immer noch ein Thema, über das zu selten geredet wird. Zwar sieht man überall die Plakate hänge, die zum „Safer Sex“ aufrufen, aber es ist doch immer wieder erschreckend, wie wenig die Menschen teilweise über Aids und HIV wissen. Diese beiden Begriffe bezeichnen übrigens nicht dasselbe. Allein dies ist schon eine Tatsache, die vielen nicht bewusst ist. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen rund um Aids und HIV zusammengetragen.

HIV und Aids

Beginnen wir mit der Unterscheidung zwischen HIV und Aids. HIV ist eine Abkürzung lautet ausgesprochen: Humaner Immundefizienz-Virus. Dies ist der Erreger der Krankheit. Wer also HIV-positiv ist, hat kein Aids, sondern ist mit dem Virus erst einmal nur infiziert. Nach einer unterschiedlichen Zeitspanne, die auch Jahre dauern kann, kann die HIV-Infektion dann schließlich in Aids übergehen. Allerdings kann es dazu auch nie kommen. Aids leitet sich aus dem Englischen ab, wo es ausgesprochen acquired immuno deficiency syndrome lautet, übersetzt: erworbenes Immunschwächesyndrom.

Infizierung

Mit dem HI-Virus kann man sich auf drei unterschiedliche Arten infizieren. Die meisten HIV-Infektionen werden sexuell übertragen. Dieser Sektor macht in etwa 90% aller Ansteckungen aus. Etwa 8% der Neuansteckungen in den letzten Jahren waren Drogenabhängige, die sich eine Nadel teilten und so das Virus weitergaben. Die am seltensten vorkommende Art ist die Ansteckung bei der Geburt, wenn eine HIV-positive Mutter ihr Neugeborenes ansteckt. Allerdings ist hier die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, etwa bei 20-25%, dass eine infizierte Mutter den Virus ihrem Baby überträgt. Durch prophylaktische Maßnahmen kann dieser Prozentsatz aber gesenkt werden. Die Viruskonzentration ist im Blut, im Sperma, in der Scheidenflüssigkeit und in der Darmschleimhaut am höchsten, beim Austausch dieser Körperflüssigkeiten kann es dann zu einer Ansteckung kommen.  HIV wird nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, also die Zeit, die von der Infizierung mit dem HI-Virus bis zum Ausbruch von Aids vergeht, ist sehr unterschiedlich. Sie liegt zwischen ein paar Monaten bis hin zu mehr als 15 Jahren. Diese Zeit ist von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen spielt es eine Rolle wie der Lebensstil der Betroffenen Person ist und  ob bzw. welche Medikamente er einnimmt. Zum anderen beeinflussen auch die psychische Verfassung, sowie Begleiterkrankungen die Inkubationszeit.

Symptome HIV-Infektion

Die Symptome der HIV-Infektion unterscheiden sich von den Aids-Symptomen. Mehrere Wochen nach der Infizierung mit dem Virus kann eine Lymphknotenschwellung, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Fieber, Halsentzündung, Hautausschlag und Abgeschlagenheit auftreten. Dieser Zustand ist durchaus zu vergleichen mit einer Erkältung und wird aus diesem Grund häufig nicht erkannt. Nach dieser Phase ist der Betroffene erst einmal beschwerdefrei.

Symptome Aids

Wenn Aids dann ausbricht, hört der Zustand der Beschwerdefreiheit auf. Häufig leidet der Betroffenen dann unter starkem Gewichtsverlust und schweren Durchfällen. Außerdem kann das Nervensystem angegriffen werden, wodurch es dann zu Funktionsstörungen im Gehirn bis hin zur Demenz kommen kann. Da das Immunsystem bei Aids-Erkrankten nicht mehr richtig arbeitet, kommt es auch vermehrt zu Infektionen mit Pilzen, Bakterien, Viren, Parasiten und Protozoen. Diese Infektionen wiederum führen dann vermehrt zu Erkrankungen wie Tuberkulose, bakteriellen Lungenentzündungen, Toxoplasmose und Salmonellen-Infektionen.

Typische Krankheiten

Aids zeichnet sich auch durch das Auftreten ansonsten sehr seltener Krankheiten aus, wie beispielsweise Lungenentzündungen, die durch den Pilz Pneumocystis jirovecii ausgelöst werden. Aber auch Zytomegalie, das ist eine Virusinfektion mehrerer Organe, besonders betroffen ist die Netzhaut im Auge. Möglich sind auch eine chronische Darminfektion durch bestimmte Einzeller (Kryptosporidiose), eine Infektion mit sog. atypischen Mykobakterien (verwandt mit Tuberkulosebakterien) oder durch HIV hervorgerufene bösartige Erkrankungen wie das Kaposi-Sarkom, bösartige Lymphome, Gebärmutterhalskrebs (invasives Zervixkarzinom) und bösartige Tumore des zentralen Nervensystems (ZNS-Lymphome).

Diagnose

Beim Verdacht auf eine HIV-Infizierung sollte man einen s.g. HIV-Test machen. Bei diesem wird das Blut auf Antikörper vom HI-Virus getestet. Der Test ist kostenlos und anonym. Er wird in der Regel von den regionalen Gesundheitsämtern angeboten. Ein positiver Test kann in manchen Fällen auch bei Leuten vorliegen, die gar nicht mit dem HI-Virus infiziert sind. Aus diesem Grund wird bei einem positivem HIV-Test immer ein zweiter, noch genauerer Test gemacht, um sicher zu gehen. Sollte eine HIV-Infizierung festgestellt werden, dann sollte sich der Betroffene umgehend in eine ärztliche Behandlung begeben. In den meisten Städten gibt es inzwischen Praxen mit dem Schwerpunkt Aids und HIV.

Therapie

Da Aids nicht heilbar ist und auch eine HIV-Infizierung nicht rückgängig gemacht werden kann, ist es das primäre Ziel der Therapie, den Übergang von der Infektion in Aids solange wie möglich hinauszuzögern. Hauptsächlich wird dabei versucht, die Viren zu bekämpfen, indem man deren Vermehrung zu minimieren versucht. Bricht Aids dann schließlich aus, müssen natürlich auch die Begleiterkrankungen behandelt werden.

Medikamente

Da Gewisse Einzelschritte der Virusvermehrung bei der HIV-Infektion bekannt sind, konnte man verschiedene Medikamente entwickeln, die ganz bestimmte Abläufe des Zellbefalls hemmen. Die Therapie hat die Abkürzung Haart: hochaktive antiretrovirale Therapie. Entry-Inhibitoren verhindern das Eindringen des Virus in die menschliche Zelle, indem es das Andocken von HIV an die Immunzellen und/oder die Verschmelzung von Virushülle und Zellmembran hemmt. Reverse-Transkriptase-Hemmer gehen anders vor, denn sie blockieren ein spezielles Virusenzym, das die Erbinformation des Virus in DNA „übersetzen“ kann.

Integrase-Hemmer blockieren ein weiteres Virusenzym, das die übersetzte DNA in die Erbzelle einbaut. Zuletzt gibt es noch Protease-Hemmer, die wiederum ein anderes Virusenzym stören: HIV-Protease, die normalerweise Bausteine aus Eiweiß bildet, die für neue Viren benötigt werden.

Vorbeugung

Um einer HIV-Infektion vorzubeugen, muss die Bevölkerung gut aufgeklärt sein. HIV wird über Blut, Sperma und Scheidensekret übertragen. Eine sogenannte Tröpfcheninfektion wie bei Erkältungskrankheiten findet nicht statt, was aber immer noch erschreckend viele Menschen annehmen. Das Ansteckungsrisiko im Alltagsleben mit einem HIV-Infizierten ist also gering. Händereichen, Umarmen und anderer sozialer Kontakt ist überhaupt nicht gefährlich, genauso wenig wie das gemeinsame Benutzen von Besteck, Geschirr, Gläsern, Toiletten oder Handtüchern. Allerdings sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen einhalten: Beispielsweise sollten verschiedene Rasierer und Zahnbürsten benutzt werden, da durch kleine Verletzungen zwar ein geringes Ansteckungsrisiko besteht, aber dieses kann vermieden werden. Anders sieht es hingegen beim Geschlechtsverkehr aus, hier besteht ein hohes Risiko. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte deshalb Safer-Sex gewährleistet sein, indem man Kondome benutzt.

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