Dreckspatzen“ und „Schmuddelkinder“ leiden weniger häufig unter Allergien

Kind spielt im DreckEine aktuelle Studie zeigt, dass „Dreckspatzen“ und „Schmuddelkinder“ seltener unter Allergien leiden als Kinder, die unter überaus sterilen Bedingungen aufwachsen. „Schmuddelkinder“ ist dabei durchaus nicht negativ zu verstehen, der Wissenschaftler Ulrich Keil bezeichnet so Kinder, die auch mal im Dreck spielen dürfen.

Studie zu allergischen Reaktionen

Der Sozialmediziner Ulrich Keil von der Universität Münster sammelte und untersuchte 20 Jahre lang Daten von zwei Millionen jungen Allergikern in 106 Ländern. Besonderen Wert legte er dabei auf die Beobachtung der Lebensumstände. Seine Ergebnisse veröffentlichte er vor kurzem. Diese zeigten, dass in den Entwicklungsländern die Asthma- und Allergieraten viel niedriger sind. Diese Beobachtungen bestätigt die s.g „Hygiene-Theorie“.

Hygiene-Theorie

Die Hygiene-Theorie besagt, dass Kinder, die nicht in ganz sterilen Verhältnissen aufwachsen, ein stärkeres Immunsystem entwickeln. Kurz ausgedrückt: Kinder sollten auch mal im Schmutz spielen dürfen. Die Menschen mussten über Jahrtausende hinweg mit den verschiedensten Keimen kämpfen und waren Infektionen und Viren ausgesetzt. Sie mussten starke Abwehrmechanismen entwickeln, um überleben zu können. Heutzutage leben wir dagegen in einer sehr sauberen, keimfreien Umwelt. Unser Immunsystem ist deshalb ganz anders entwickelt.

Ernährung und Lebensstil spielen auch eine Rolle

Doch nicht nur der Kampf gegen Keime spielt beim Aufbau unseres Immunsystems eine Rolle, sondern auch die Ernährung und der Lebensstil. Laut Keil verringert vor allem mediterrane Ernährung, also viel Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchte, das Risiko einer Allergie. Trans-Fettsäuren dagegen, die  in frittiertem Essen und  Fast-Food vorkommen, sind schädlich und fördern die Entwicklung von Allergien. Außerdem entwickeln Kinder von Rauchern häufiger Allergien und Asthma. Der Lebensstil spielt als auch keine zu geringe Rolle für das Allergierisiko.

 

Bild: © Nicole Effinger – Fotolia.com

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