Dukan-Diät: neues französisches Wunder oder eine von vielen Diäten?

Laut Presse sollen zwischen 5 und 7 Millionen Franzosen in den letzten 10 Jahren so abgenommen haben: mit der Dukan-Diät. Sie ist diesen Sommer auch in Hollywood en vogue. So langsam schwappt der Trend also auch zu uns. Die Diät sieht vor, dass man sich stark eiweißreich ernährt und Fett und Kohlenhydrate weitestgehend verbannt. Doch im Gegensatz zu anderen Diäten, setzt diese Low-Carb-Version auf eine lebenslange Ernährung nach ihren Prinzipien. Wir fragen uns, ob das wohl geht?

dukan diät
Die Diät basiert auf eiweßreicher Ernährung, wie Fisch und Fleisch.

Hähnchen zum Frühstück – oder wie?

Zunächst einmal beginnt die Diät mit einer 10-Tägigen Radikal-Phase: nur eiweißreiche, aber fettarme Nahrung darf aufgenommen werden. Dazu etwa einen Löffel Kleie pro Tag, aber kein Gemüse, kein Obst und natürlich auch kein Fett oder etwa Zucker. Anschließend folgt dann die eigentliche Diät; die Dauer richtet sich nach dem Abnehmgewicht – eine Woche für ein Kilo. Die Eiweißkost wird nun durch Gemüse ergänzt. Außerdem darf man schon ganze zwei Esslöffel Kleie essen. Dann folgt noch eine Konsolidierungsphase. Hier wird dann bestimmtes Obst und ab und an Schlemmen erlaubt. Allerdings mit immer wiederkehrenden Tagen nach Phase 1. Insgesamt ist das ein sehr radikales Ess-Programm und soll letztlich ein Leben lang durchgehalten werden (wird auch als vierte Phase bezeichnet).

Kritik an der Diät durch Ernährungsexperten

Wie bei fast jeder Diät melden sich auch die die Kritiker schnell zu Wort. Doch interessant ist hier der Inhalt der Kritik. Denn nicht, wie so oft, wird die einseitige Ernährung während der Diät angeprangert (ausgenommen sind Menschen, die bereits vorher Mangelerscheinungen aufweisen). Viel mehr halten es Experten wie der Ernährungsmediziner Schusdziarra für unrealistisch, dass das Konzept zum einen zu so vielen Menschen passen soll und zum anderen, dass man es langfristig durchstehen kann. Denn die meisten Menschen essen nicht nur, weil sie müssen, sondern weil es schmeckt. Ein lebenslanger Verzicht auf Genussmittel halten Mediziner deshalb für nicht durchsetzbar – zumindest nicht für eine größere Masse.

Studien zeigen zudem, dass einseitige Ernährungsweisen deshalb oft nicht klappen, weil die Probanden nach Wochen der Ernährung nur mit etwa Fleisch und Fisch dieses nicht mehr sehen können. Abwechslung scheint für Menschen in der Ernährung ganz wesentlich zu sein. Also lieber insgesamt weniger, dafür aber von allem essen.

Bild: HLPhoto, shutterstock.com

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