Kann Sport bei Depressionen helfen?

Noch sind Depressionen nicht Volkskrankheit Nummer eins, doch auf einem „gutem“ Weg dahin sind sie. Immer mehr Menschen lassen sich aufgrund von Depressionen oder depressiven Verstimmungen krankschreiben und behandeln. Grund dafür ist eine wachsende Aufmerksamkeit, aber auch zunehmender Stress und Belastung. Wer einmal gefangen ist im Strudel der negativen Gedanken, kommt nur schwer alleine heraus. Meist führt kein Weg an einer Therapie vorbei. Doch immer wieder kann man lesen, dass Sport eine Waffe gegen Depressionen sei und hier gut helfen könne. Stimmt das?

Sport gegen Depressionen
Trübe Gedanken quälen einen unentwegt.

Durch Sport wieder gesund?

Erst letztes Jahr kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass Sport selbst bei schweren Depressionen helfen würde. Die amerikanischen Forscher konnten in dieser Studie zeigen, dass Sport genauso gut wie ein zweites Medikament gegen die Depressionen hilft. Allerdings müsse das Sportprogramm individuell zu jedem Patienten zugeschnitten sein. (Quelle)

Eine diesjährig veröffentlichte Studie belegte allerdings, dass Sport keinen signifikaten Einfluß auf den Heilungsprozess hat. Sie untersuchten dazu nicht nur eine Gruppe, die parallel zu medikamentöser und psychologischer Behandlung, noch Sport trieb, sondern auch eine sogenannte Testgruppe, die sich nicht sportlich betätigte. Auch hier war das Sportprogramm individuell angepasst. Allerdings zeigte sich in der Heilungsrate kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen. (Quelle) Die Wissenschaftler gehen zwar nicht davon aus, dass Sport generell nichts bringen würde; so könne es schon Einzelbeispiele geben, die durch das sogenannte „runner’s high“ profitieren. Allerdings für eine breite Masse ist Sport leider keine Heilmethode.

Was kann noch gegen Depressionen helfen?

Ein sehr erstaunliches Ergebnis erzielten Forscher des Zürcher Instituts für Hausarztmedizin. Sie untersuchten, welche Auswirkung eine zusätzliche telefonische Betreuung von Patienten durch medizinische Fachangestellte bringt. Diese waren vorher geschult worden und riefen die Patienten einmal pro Monat an, um sich nach dem Empfinden zu erkundigen und zusätzlich zu ermuntern. Diese Gruppe litt nach einem Jahr durchschnittlich weniger an der Erkrankung, als Patienten, die nur von einem Arzt behandelt wurden. (Quelle)

Bild: luxorphoto, shutterstock.com

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