Krankmeldungen steigen an

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
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Bereits seit vier Jahren steigen die Krankmeldungen pro Kalendertag in Deutschland an. Der BKK-Bundesverband teilte am Donnerstag mit, dass die Krankenstandwerte dieses Jahr im Zeitraum zwischen Januar und September bei rund 4% liegen. Letztes Jahr waren es 3,9 Prozent, nach 3,8 Prozent 2008 und 3,7 Prozent 2007. Ein kontinuierlicher Anstieg lässt sich also nicht leugnen.

Krankentage

In Krankentage umgerechnet waren es 2009 14,4 Tage, während 2008 sich nur an 13,4 Tagen die Angestellten im Durchschnitt krankmeldeten. 2006 springt aus der Reihe, denn damals gab es die wenigsten Krankentage seit 30 Jahren, nämlich nur 12,4 Tage. Auffällig ist jedoch, dass die gravierendsten Steigerungsraten bei psychischen Leiden vermerkt werden: Arbeitnehmer leiden daran doppelt so häufig wie noch vor 20 Jahren. Schuld daran ist vermutlich der steigende Leistungsdruck unserer Gesellschaft.

Arbeitnehmer über 55 Jahre

Betrachtet man die Altersgruppen, dann fällt auf, dass die körperlich belastenden Tätigkeiten wie in Bau- und Metallberufen, bei Reinigungskräften wie auch in Verkehrsberufen die höchsten Ausfallzeiten bei den über 55-Jährigen zeigen. Im Schnitt fehlen diese Arbeitnehmer 4 Wochen oder länger pro Jahr. Jedoch gibt es auch bei höher qualifizierten Berufen einen Aufwärtstrend bei den Fehlzeiten. Derzeit ist jeder achte männliche Ingenieur über 55 Jahre alt und erkrankte 2009 im Schnitt rund 18 Tage im Jahr, was auch bereits eine beträchtliche Krankheitsdauer ist und ist eine Verdoppelung zum Vorjahr, als diese Gruppe nur etwa 9 Tage fehlte. Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei Rechnungskaufleuten oder Datenverarbeitern in dieser Altersgruppe, diese zeigen einen Anstieg von etwa vier Tagen auf 19,4 Arbeitsunfähigkeitstage im Jahr.

Rückenschmerzen

Betrachtet man die Gründe für die Krankmeldungen, dann fällt eines ganz deutlich auf: Rückenschmerzen treten massiv schon bei 35-39 Jährigen Arbeitnehmern auf. Gegenüber der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen sind mehr als doppelt so viele Mittdreißiger (63 Prozent) wegen Rückenproblemen arbeitsunfähig, jedoch zeigt dies, dass auch im Altersbereich der Endzwanziger schon rund 30% unter Rückenleiden leiden. In der Altergruppe der über 55-Järhigen fehlen aufgrund von chronischen Beschwerden im Rücken dreimal so lange als üblicherweise.

Gründe für Rückenleiden

Laut den ambulanten Arztdaten der BKK liegt die Ursache der Rückenbeschwerden vor allem an der mangelnden Bewegung der Patienten. Bereits in jungen Jahren wird sich in unserer Gesellschaft einfach viel zu wenig bewegt, dies macht sich dann eben in unserer Gesundheit bemerkbar. Jeder zehnte junge Mann zwischen 15 und 25 Jahren und fast jede siebte junge Frau (13,4 Prozent) dieser Altersgruppe lassen sich aufgrund von Rückenschmerzen bereits von einem Arzt behandeln. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass man in diesen Jahren eigentlich noch völlig beschwerdefrei sein sollte.

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