Künstliches Blut für Transfusionen?

Frau mit BlutkonservenNach schweren Unfällen, ist eine Bluttransfusion oftmals die letzte Rettung für den Patienten. Allerdings sind Blutspenden und damit Blutkonserven immer knapp. Wissenschaftler suchen nun nach Alternativen, um möglichst viele Leben retten zu können.

Bluttransfusionen

Schon 1,5Liter verlorenes Blut können für einen Menschen tödlich sein. In so einem Fall ist im Moment noch eine Bluttransfusion die einzige Möglichkeit, um sein Leben zu retten. Allerdings müssen Blutkonserven vor der Übertragung auf den Patienten aufwendig getestet werden, um die Verträglichkeit festzustellen. Außerdem gibt es bei einer Bluttransfusion immer ein Infektionsrisiko, auch wenn es gering ist. Eine Alternative könnte künstliches Blut darstellen.

Warum wird künstliches Blut noch nicht eingesetzt?

Forscher arbeiten schon seit Jahrzehnten an der Herstellung künstlichen Bluts, ohne einen Durchbruch errungen zu haben. Sie müssen eine Blutalternative herstellen, die den Sauerstoff in unserem Organismus transportieren kann. Im Moment laufen verschiedene Tierversuche und Klinikstudien mit einigen Präparaten. Bis jetzt hat noch kein Produkt eine Zulassung für Europa bekommen.

Zwei Forschungsrichtungen

Im Moment laufen zwei Forschungsrichtungen. Die eine versucht rein chemisches „Blut“ herzustellen. Dabei handelt es sich um fluorierte Kohlenwasserstoffe, die zwar keinen Sauerstoff speichern können, allerdings die Löslichkeit des Blutes für Sauerstoff erhöhen. Da dieses Präparat allerdings nur sehr kurzlebig ist, kann es nicht den Flüssigkeitsverlust nach einem Unfall ausgleichen.

Die zweite Entwicklung

Eine weitere Entwicklung arbeitet mit dem natürlichen Sauerstoffträger Hämoglobin. Dieses gewinnen sie aus Tieren, abgelaufenen Blutkonserven oder mit Hilfe der Gentechnik. Früher kam es hier zu heftigen Nebenwirkungen, wie Nierenschäden oder Bluthochdruck. Inzwischen versuchen Forscher, das Hämoglobin in künstliche „Hüllen“, bestehend aus Liposomen oder Nanokapseln, einzuschließen. So wird der Aufbau der menschlichen roten Blutkörperchen nachempfinden. Seitdem hat sich die Verträglichkeit enorm verbessert. Welche der beiden Varianten sich auf lange Zeit gesehen durchsetzten wird, ist noch unklar.

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