Lepra: Gürteltiere übertragen Erreger

Gürteltier

Lepra war früher eine gefürchtete Krankheit. War man einmal davon befallen, wurde man in Lepra-Siedlungen verbannt und musste dort als Aussätziger leben. Noch heute ist Lepra eine erschreckende Krankheit, allerdings ist sie heilbar. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass Gürteltiere Menschen mit Lepra anstecken können.

Gleiche Bakterienstämme

Wissenschaftler verglichen die Bakterien-DNS von 33 infizierten Gürteltieren im Süden der USA mit dem Bakterien-Genom, das vorher 50 Lepra-Patienten entnommen wurde. Bei 28 Gürteltieren und 25 infizierten Menschen fanden die Forscher einen besonderen Stamm des Erregers Mycobacterium leprae. Dieser ist noch nirgendwo auf der Welt bekannt.

Übertragung durch Gürteltiere

Die Patienten haben sich in den USA mit Lepra angesteckt. 22 von den infizierten Menschen haben Amerika noch nie verlassen und 8 Stück gaben an, dass sie direkten Kontakt mit Gürteltieren hatten. Einer der Patienten gab zu, dass er Gürteltiere jagt und sie verspeist. Ist seine Ansteckung die Rache der Gürteltiere? Ein wenig scheint es einem so vorzukommen.

Studienergebnisse bringen Gewissheit

Auf jeden Fall bestätigen die Studienergebnisse, dass Gürteltiere Menschen mit Lepra anstecken können. Dies wurde zwar schon lange vermutet, konnte aber erst jetzt bewiesen werden. Auf diese Weise kann die Bevölkerung nun informiert und gewarnt werden. Sollten Sie nach Amerika reisen, dann streicheln Sie bitte kein wildes Gürteltier. Davon abgesehen, dass es purer Stress für das Tier wäre, könnten Sie sich auch mit Lepra anstecken.

Lepra

Lepra kann schwere Schäden an den Nervenzellen, sowie an der Haut hervorrufen. Vermutlich gelangten die ersten Lepra-Bakterien mit den ersten europäischen Siedlern nach Amerika. Zwar ist eine Lepraerkrankung heutzutage zwar keine Katastrophe mehr, jedoch stellt Lepra immer noch ein ernstes Problem dar. Allein im Jahr 2009 gab es weltweit knapp 245000 Neuansteckungen. In Deutschland gab es im vergangen Jahr nur zwei Lepra-Fälle, bei denen nachgewiesen werden konnte, dass sie aus Asien importiert worden sind.

Bild: © claudia Otte – Fotolia.com

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