Mutismus – was ist das?

Mutismus

Mutismus ist relativ unbekannt, obwohl es fast doppelt sooft vorkommt wie Autismus. An Mutismus erkrankte Menschen sind in ihrer gewohnten Umgebung und unter ihren Familienangehörigen entspannt und ganz normal. Doch trifft eine fremde Person dazu, dann verfällt der Erkrankte in Schweigen, starrt zu Seite und zieht sich völlig in sich zurück. Man spricht beim Mutismus von einer Kommunikationsstörung. Schätzungsweise sind in Deutschland ca. 6000 bis 10000 Menschen davon betroffen, in erster Linie Kinder.

Ursachen

Generell unterscheidet man in den „totalen“ und den „selektiven Mutismus“. Während bei der totalen Form der Betroffene überhaupt nicht spricht, schweigt beim selektiven Mutismus der Betroffene nur  in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Personen, zum Beispiel gegenüber Fremden. Ursachen für diese Krankheit sind unter anderem eine angeborene Schüchternheit oder Hemmung gegenüber anderen, familiäre Probleme, Schamgefühl aufgrund von Sprachfehlern oder Entwicklungsstörungen in der Sprachfähigkeit oder eine „soziale Phobie“, also die Angst, im Mittelpunkt zu stehen.

Folgen

Oftmals wird der Mutismus nicht erkannt, weil er mit einer ausgeprägten Schüchternheit verwechselt wird, was sehr schade ist, denn wird diese Krankheit früh entdeckt und behandelt, besteht eine sehr gute Heilungschance. Wenn nicht unternommen wird, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen: Die gesamte Entwicklung wird gehemmt, sowohl im sprachlichen und kognitiven als auch im sozialen und emotionalen Bereich. Daraus können Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung folgen, der Betroffene entwickelt kein Selbstbewusstsein und wird später Probleme in der Schule, im Freundeskreis und im Beruf haben.

Was tun?

Die Therapie muss auf verschieden Wegen erfolgen, leider gibt es kaum Spezialisten in diesem Gebiet. Die Behandlung sollte möglichst sprach-, psycho- und familientherapeutisch und psychiatrisch erfolgen. Ist der Betroffene bereits aus dem Kindesalter heraus, so kann zusätzlich mit Antidepressiva gearbeitet werden. Sollten Sie vermuten, dass Ihr Kind unter diesem Krankheitsbild leidet, also dass es kaum mit fremden Leuten spricht und das länger als 4 Wochen, dagegen zuhause aber extrem lebhaft ist, dann scheuen Sie bitte nicht den Gang zum Kinderarzt. Denn je früher Mutismus erkannt wird, desto eine höhere Chance auf Heilung gibt es. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Bild: © Berchtesgaden – Fotolia.com

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