Schlafmangel und Gewichtszunahmen: müde Menschen essen ungesund

Ausgeschlafene Menschen essen gesünder. Das ist keine Propaganda für mehr Schlaf, sondern ein wissenschaftlich bewiesener Zustand. US-amerikanischer Forscher haben eine Studie veröffentlicht, die belegt: Wer unter akutem Schlafmangel leidet trifft seltener „vernünftige“ Entscheidungen bei der Nahrungsaufnahme. Liegt es also an der schlaflosen Nacht, wenn statt Salat Pizza auf dem Teller landet?

Schlafmangel: Schuld an Gewichtszunahme?
Schlafmangel: Schuld an Gewichtszunahme?

Wenig Schlaf: Burger statt Salat?

Dass ausreichender Schlaf für unseren Körper besonders wichtig ist, wissen wir dank vielen Studien und noch mehr Expertenmeinungen schon langsam. Ob Herzkreislauferkrankungen oder Depressionen: die nächtliche Ruhe ist wichtig. Zu den üblichen Verdächtigen gesellt sich jetzt aber noch eine neue Erkenntnis: Zu wenig Schlaf führt dazu, dass wir unbewusst ungesundes Essen auswählen. Diesen Zustand beleget jedenfalls  eine neue Studien, die diese Woche auf der SLEEP Medicine Konferenz in Boston vorgestellt wurden. Die Teilnehmer der Studie mussten sich zwei Mal einem Hirnscan unterziehen. Das erste Mal nach einer ausgeruhten Nacht und das zweite Mal nach nächtlichem Schlafanzug mit nur 4 Stunden Tiefschlaf. Dabei wurden ihnen Bilder von gesundem und ungesundem Essen gezeigt. Das Ergebnis: Die Probanden reagierten nach weniger Schlaf stärker auf die ungesunden und fettigen Speisen. Grund dafür liegt anscheinen in der Aktivität der Frontallapppen des Gehirns, denn hier werden die Reize miteinander abgeglichen und vernünftige Entscheidungen getroffen. Bei den übermüdeten Probanden funktionierten jedoch die Belohnungsschaltkreise weiterhin einwandfrei was die ungesunden und leckeren Speisen umso attraktiver machte. Kurzum: Die müden Probanden lechzten nach Fastfood und Co. und konnten sich schwerer im Zaum halten.

Essen kontrollieren: ausreichend schlafen

Schlaf hilft also nicht aktiv dabei abzunehmen, außer man folgt vielleicht der Schlank im Schlaf Methode, aber ein gesunder Schlafrhythmus trägt dazu bei, dass wir uns nicht unterbewusst mit ungesundem Essen belohnen wollen und unsere Kontrollfunktionen lahm gelegt werden.  Der ideale Fall sollte natürlich sein, dass wir immer ein Stück Obst gegenüber einer Tafel Schokolade vorziehen, aber anscheinend brauchen wir doch die Kontrollinstanzen unseres Gehirns um uns von ungesunden Entscheidungen abzuhalten. So sind nicht nur Informationen und Kenntnisse über Nahrungsmittel zur gesunden Ernährung wichtig, sondern auch ausreichend Schlaf. Denn nur so leistet unser Gehirn gute Arbeit und hält uns davon ab das Kuchenbuffet zu plündern.

 

Bild: dean bertoncelj /shutterstock.com

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