Tinnitus: Behandlung und Ursachen

Frau mir störenden Geräuschen im Ohr
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Ohrgeräusche oder Ohrensausen wird in medizinischen Fachkreisen als Tinnitus bezeichnet. Dieses Phänomen kennt fast jeder von uns, allerdings geht es in der Regel schnell wieder weg und äußert sich als Rauschen, Pfeifen, Zischen oder Summen, das jedoch, bis auf seltene Fälle, nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen wird. Das Sausen in den Ohren wird als unangenehm und störend empfunden.

Tinnitus

Tinnitus ist jedoch keine Krankheit, sondern nur ein Symptom, wie auch Fieber oder Schüttelfrust. Die Ohrgeräusche sind in vielen Fällen auch Warnsignale unseres Körpers, weswegen nicht das Symptom, sondern die zugrunde liegende Ursache behandelt werden sollte. Tinnitus kann auch zu zahlreichen Folgebeschwerden führen, wenn er nicht behoben wird. Einige Beispiele hierfür sind: Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen, Depressionen und Angstzustände.

Ursachen

Es gibt einige Auslöser, die einen Tinnitus verursachen können. Dazu zählen unter anderem Entzündungen des Ohrs oder der Atemwege, Lärmschäden, Tauchunfälle, Tumore, Borreliose  oder Virusinfekte. Das Ohrensausen kann auch eine Begleiterscheinung der Meniére-Krankheit oder eines Hörsturzes sein. Der Entstehungsmechanismus des Tinnitus ist noch nicht ganz erforscht jedoch hält man eine Durchblutungsstörung im Innenohr für den Hauptgrund. Eine weitere Ursache könnte eine ungünstige Signalverarbeitung im Gehirn sein. Es gibt außerdem einige Risikofaktoren, bei deren Kenntnis sich dem Tinnitus vorbeugen lässt. Alkohol und Nikotin stehen hier ganz am Anfang der Liste, jedoch auch verschiedene Medikamente und bestimmte Speisen. Wie bei vielen Krankheiten und Symptomen wird auch Stress als ein großer Risikofaktor angesehen.

Behandlung

Die Ohrengeräusche können ganz plötzlich wieder abklingen, entweder durch eine Infusionstherapie, häufig jedoch auch einfach so ohne eigenes Zutun. In manchen Fällen verschwindet der Tinnitus jedoch nie wieder, je länger die Geräusche andauern, desto unwahrscheinlicher wird auch eine Heilung. Bei Betroffenen, die länger als 3 Monate unter Tinnitus leiden, gibt es nur seltene Fälle einer vollständigen Genesung.  In Deutschland gibt es ca. 3 Millionen Menschen, die das Ohrensausen nicht mehr losbekommen.

Akuter Tinnitus

Sollten bei Ihnen zum ersten Mal Ohrengeräusche auftreten und auch nach einigen Stunden oder einer Nacht nicht abklingen, dann sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bestehen zusätzlich noch weitere Beschwerden, wie Schwindel oder Hörverlust, dann sollten Sie sofort zum Arzt, da es sonst zu bleibenden Schädigungen kommen kann. In den ersten drei Monaten ist die Heilchance am größten. Wenn keine Ursache gefunden werden kann und die Infusionen nicht anschlagen, dann könnte ein Aufenthalt in einer Fachklinik weitere mögliche Ursachen abklären und andere Therapieansätze wie beispielsweise die hyperbare Sauerstofftherapie, welche die Sauerstoffversorgung in den Gefäßen des Innenohrs steigert, oder physiotherapeutische Verfahren ausprobiert werden.

Chronischer Tinnitus

Dauert der Tinnitus länger als drei Monate an, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie ihn wieder losbekommen. In diesem Fall spricht man dann vom chronischem Tinnitus. Viele Betroffene lernen mit dem Tinnitus zu leben, andere jedoch leiden sehr unter den Beschwerden und Folgeerkrankungen. Für diese Fälle gibt es Selbsthilfegruppen, die helfen, die Aufmerksamkeit auf andere, wichtigere Dinge zu lenken und das Hörvermögen ganz bewusst auf andere Geräusche zu konzentrieren. Ist ein Zustand der Akzeptanz erreicht, spricht man von einem kompensierten Tinnitus. Allerdings kann die Übergangszeit einige Monate in Anspruch nehmen und der eine oder andere erreicht ihn auch nur mit therapeutischer Hilfe.

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