Internetsucht: Die Sucht nach dem Word-Wide-Web

Weltkugel umgeben von verschiedenen Kommunikationslogos
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Das Internet ist inzwischen ein fester Bestandteil in unserem Alltag. Sogar mit dem Handy kann man jederzeit Zugriff darauf nehmen und das gilt schon längst nicht mehr nur für die jüngeren Generationen. Internetuser sind in jedem Alter zu finden und es ist völlig normal, einfach immer erreichbar zu sein. Die meisten von uns haben bereits ein unangenehmes Gefühl, wenn Sie einmal bloß ihr Handy zuhause vergessen haben. Wenn allerdings das Internet nicht mehr funktioniert ist das für sehr viele eine absolute Katastrophe. Die Grenzen zwischen normaler Internetnutzung und einer Internetsucht sind dabei fließend.

Internetsucht und pathologischer Internetgebrauch

Aktuell gibt es noch keinen verbindlichen Begriff, der Bezug auf die Symptome und Auswirkungen der Internetsucht hat. Statt dem Begriff „Internetsucht“ zu verwenden, spricht man auch häufig von einem „pathologischen Internetgebrauch“ oder einer Störung der eigenen Impulskontrolle. Internetsucht ist nicht die Sucht nach einem bestimmten Stoff, wie beim Alkoholismus oder Drogenmissbrauch, sondern der Zwang, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen – den ständigen oder häufigen Gebrauch des Internets.

Verschiedene Ausprägungen

Dabei wird nicht definiert, in welcher Weise das Internet genutzt wird, denn hier gibt es eine Unmenge an Möglichkeiten. Während der Eine seine Zeit in Chatrooms und Foren verbringt, überprüft der Andere lediglich alle paar Minuten seine Emails oder spielt ein Browsergame. Schüchterne Menschen sind sehr häufig in Chatrooms unterwegs, da diese ihnen die Möglichkeit geben, ihre Schüchternheit zu vergessen, weil sie nicht von Angesicht zu Angesicht mit jemanden reden müssen, sondern sich virtuell mit ihm unterhalten können.

Symptome

Internetsucht ist zwar aufgrund ihrer Neuartigkeit noch nicht vollständig erforscht, jedoch lassen sich bereits einige Aussagen über die Symptome und Auswirkungen machen. Der Übergang von einem moderaten Internetgebrauch hin zur Internetsucht ist ein schleichender Prozess, der von den Betroffen gar nicht bemerkt wird. Sie verbringen von Tag zu Tag immer mehr Zeit im Internet bis sie die Kontrolle über ihren Internetgebrauch verlieren. Auch der Bezug zur Realität verringert sich immer mehr bis er völlig verschwindet.

Folgen

Die Folgen der Internetsucht sind nicht nur mit körperlichen Stress verbunden, sondern auch mit enormen psychischen Problemen. Der Betroffene hat immer weniger Zeit für seine Hobbys, seine Freunde, seine Arbeit und den Haushalt. Mit der Zeit kann eine regelrechte Verwahrlosung und eine soziale Isolation die Folge sein. Viele Betroffene verlieren sogar ihren Arbeitsplatz, da sie das Internet unerlaubterweise auch dort benutzen. In extremen Fällen wird dies nicht einmal mehr als schlimm empfunden, da nun noch mehr Zeit zum surfen im Internet zur Verfügung steht. Durch den häufigen Internetgebrauch können auch körperliche Folgen entstehen, wie Schlafstörungen, Magenbeschwerden, Kopfweh und Augenschmerzen.

Hilfe und Therapie

Die Betroffenen bemerken ihre eigene Sucht häufig nicht oder belügen sich selbst und ihre Freunde. Sie spielen den Internetgebrauch herunter und schämen sich, wenn ihnen bewusst wird, dass sie süchtig sind. Die Scham verhindert jedoch häufig, dass sich die Betroffenen von selbst zu einer Therapie entscheiden. Häufig müssen dann Familie oder Freunde eingreifen. Ihnen kann in speziellen Beratungszentren geholfen werden, um richtig mit diesem schwierigen Thema an den Betroffenen heranzutreten und ihn zu einer Therapie seiner Intersucht zu überreden.

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