Pollen: Zahl der Allergiker wird zukünftig stark ansteigen

Die Pollenbelastung in Deutschland wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Forscher des Zentrums für Allergene und Umwelt in München können für Heuschnupfenpatienten keine Entwarnung geben, denn die Zahl der Allergiker  wird durch längere Blühzeiten weiter ansteigen. Zu der primären Belastung mit Pollen gesellen sich die sogenannten Kreuzallergien, die den Betroffenen unangenehme Nahrungsmittelunverträglichkeiten bescheren können.

 

Heuschnupfen
Heuschnupfen: wird zukünftig die Hälfte der Bevölkerung betroffen sein?

Pollenboom in Europa

Wer momentan noch keine Symptome einer Pollenallergie zeigt kann sich laut den neusten Prognosen anscheinend glücklich schätzen, denn Wissenschaftler sagen düstere Zeiten voraus. Schuld an dem „Pollen-Boom“ sind längere Blühzeiten der allergieauslösenden Gräser und die hochallergene Pflanze Ambrosia, die sich unaufhaltsam in Europa ausbreitet. In Deutschland sind ca. 20 Millionen von einer Allergie betroffen und zukünftig könnten die Hälfte der Bevölkerung unter tränenden Augen und laufender Nase leiden. Darüber hinaus sorgt eine hohe Pollenbelastung in vielen Fällen dafür, dass Kreuzallergien entstehen. Neben Heuschnupfen nehmen auch Nahrungsmittelallergien weiter zu. Dazu gesellen sich im schlimmsten Fall noch Folgeerkrankungen, wie Asthma oder Bronchitis.

Ambrosia: Gefahr für Allergiker
Ambrosia: Gefahr für Allergiker

 

Ambrosia: hypoallergene Bedrohung

Das Beifußblättriges Traubenkraut, besser bekannt unter dem Namen Ambrosia, macht den Forschern am meisten sorgen. Die Pflanze, ursprünglich aus Nordamerika stammend, breitet sich immer weiter in Europa und besonders Deutschland aus. Das Problem: Die hochallergenen Pollen haben ihre Hauptflugzeit im August bis Oktober. Wo Allergiker früher schon aufatmen konnten, zieht sich die Heuschnupfenzeit jetzt teilweise bis in den Winter. Der Kontakt mit der Pflanze führt darüber hinaus zu Ausschlägen und Hautrötungen und selbst vormals allergiefreie Menschen können auf das Gewächs mit Symptomen reagieren.

Kampf gegen Pollenallergie: Tabletten, Hypersensibilisierung, Akupunktur und Co.
Kampf gegen Pollenallergie: Tabletten, Hyposensibilisierung, Akupunktur und Co.

 

Heuschnupfen und Co: Gibt es Hilfe?

Längere Blühphasen und eine steigende Ausbreitung der Ambrosia-Pflanze; die Prognosen sind auch für aktuell noch allergiefreie Menschen nicht besonders gut. Umso wichtiger ist es sich mit Therapiemöglichkeiten auseinander zu setzten und sich über die verschiedenen Gräser genauer zu informieren. Ist eine Allergie erst einmal durch einen Test nachgewiesen bieten Mediziner sogenannte Hyposensibilisierungen an, bei denen der Patienten über einen längeren Zeitraum mit Injektionen des Allergens behandelt um die Immunabwehr zu stärken.  Die Prozedur ist jedoch in vielen Fällen sehr langwierig und kann bis zu drei Jahre andauern. Jedoch gibt es auf diesem Gebiet auch schon neuere Forschungen, die die Therapie optimieren sollen. Auch alternative Heilmethoden können Abhilfe schaffen, besonders bei Kreuzallergien bietet sich der Besuch eines Heilpraktikers an. Die Zahl der Praxen, die alternativen Therapieansätze anbieten, ist in den letzten Jahren, nicht zuletzt wegen der fortschreitenden Verbreitung von Allergien stark angestiegen. Die Ausbildung zur Heilpraktikerin ist bei vielen Frauen sehr gefragt und immer mehr Praxen bieten Akupunktur und Nahrungsmitteltherapien an, die eventuelle Abhilfe schaffen können. Darüber hinaus gilt im Alltag: Wohnung und Kleidung immer gründlich reinigen, Fenster nachts geschlossen halten und sich über den Pollenflug informieren, denn so können Sie den lästigen Gräsern eventuelle ein Schnippchen schlagen und zukünftig eine akute Erkrankung eindämmen.

 

Foto 1: Lichtmeister /shutterstock.com, Foto 2: Hirurg /shutterstock.com, Foto 3: Copit /shutterstock.com

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