Sucht: Probleme im Seniorenalter

Alte Frau trinkt Alkohol
© Alan Lucas – Fotolia.com

Das Personal in Alten- und Pflegeheimen hat mit einem zunehmenden Problem zu kämpfen: Mit Medikamenten- und Alkoholsucht der Heimbewohner. Schätzungen zufolge sind rund 400.000 Senioren alkoholabhängig und sogar  1- 2 Millionen Rentner haben ein Problem mit der Sucht nach Medikamenten. Die Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen in Schwerin, Claudia Diekneite, betont, dass dieses Thema mit dem demografischen Wandel der Bevölkerung akut geworden ist.

Umgang mit der Sucht

Heute beraten sich die drei norddeutschen Landesstellen für Suchtfragen in der Klinik Schweriner See in Lübstorf erstmals darüber, auf welche Weise Pfleger und Berater für Suchtprobleme mit diesem neuen Problem umgehen könnten. Grund für diese Versammlung ist ein Hilfeschrei aus Altenheimen und Beratungsstellen, die nicht wissen, wie sie mit den abhängigen Senioren und deren Problem umgehen sollen.

Problem auch in Kliniken

Das Suchtproblem der älteren Bevölkerung wird auch in Kliniken immer deutlicher. Es werden immer mehr alkoholbedingte Krankheiten bei über 65-Jährigen festgestellt. Das Problem liegt allerdings nicht an der Trinkmenge, denn laut dem Pflegepersonal trinken die meisten Senioren moderat. Allerdings vertragen viele von ihnen den Alkohol nicht mehr, vor allem in Wechselwirkung mit den Medikamenten. Deswegen müssen die  Pfleger bei einem zu hohem Alkoholkonsum einschreiten, doch diese stellen sich die Frage, wie sie das machen sollen.

Motivation ist das größte Problem

Das größte Problem dabei ist, dass sich viele der älteren Menschen kaum mehr motivieren lassen, anders als jüngere, die noch eine berufliche Perspektive hätten. Die Senioren dagegen sind oft der Meinung, dass es ihnen so gut gehe. Aus diesem Grund müssen die Berater in den Suchtberatungsstellen die Rentner anders ansprechen als die jüngere Generation. Auf welche Weise dies geschehen soll, soll bei dem heutigen Treffen diskutiert werden. Fest steht, dass die Erfolgsquoten, wenn sich die Senioren einmal zum Aufhören haben motivieren lassen, sehr gut stehen, da sie schnell merken, dass sie ohne Alkohol viel leistungsfähiger sind.

Medikamentenabhängigkeit

Ein weiteres großes Problem ist die Medikamentenabhängigkeit, die noch häufiger als der Alkoholismus ist. Jedoch besteht hier die Schwierigkeit in der schweren Fassbarkeit und Unauffälligkeit der Sucht. Schmerzbehandlungen mit Opiaten oder Mittel gegen Schlafstörungen können sehr schnell abhängig machen, was jedoch schwer von Außenstehenden zu bemerken ist. Die Medikamentensucht beeinträchtigt die Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen, die häufig sowieso in den Alten- und Pflegeheimen von den Senioren als eingeschränkt empfunden wird.

1 Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*