Kinderzahnpasta: ÖKO-Test liefert teilweise erschreckende Ergebnisse

Kind putzt sich die Zähne
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Unsere Kinder benutzen häufig spezielle Kinderzahnpasta, damit ihre Milchzähne besonders gut gepflegt werden. Doch ÖKO-Test unterzog einige Kinderzahnpasten verschiedenen Test und bekam dabei teilweise erschreckende Ergebnisse. Denn anstatt die Zähne unserer Kinder optimal zu pflegen, erreichen einige der Zahncremes durch schädliche Inhaltsstoffe genau das Gegenteil.

Karies der Milchzähne wirkt sich auch auf die bleibenden Zähne aus

Wenn die Kariesbakterien das Gebiss unserer Kinder erst einmal in Besitz genommen haben, kann dies fatale Folgen haben. Zum einen verschlechtert ein Kariesverseuchter Mund auch die Startchancen für die bleibenden Zähne, aber zum anderen kann durch den verfrühten Ausfall der Milchzähne eine dauerhafte Fehlstellung des Gebissen die Folge sein. Die Schmerzen des Kindes, die es durch die faulenden Zähne ertragen muss, können hier auch noch genannt werden.

ÖKO-Test prüft Kinderzahncreme

Da aber neben der richtigen und verantwortungsvollen Zahnpflege durch die Eltern, auch das richtige Produkte und dessen Inhaltstoffe eine enorme Rolle spielen, testete ÖKO-Test 21 Kinderzahncremes verschiedener Marken. Dabei gibt es eine gute Nachricht: 10 der Zahnpasten schneiden mit dem Ergebnis „sehr gut“ ab, während weitere 5 immerhin mit „gut“ bewertet werden. Erschreckend jedoch ist, dass gerade die Marktführer in der Branche so viele Kritikpunkte in der Bewertung sammeln, dass sie nur noch ein „mangelhaft“ erzielen können. Getestet wurden neben fluoridhaltigen auch Kinderzahnpasten ohne Fluorid. Diese werden verwendet, wenn die Kinder das Fluorid in Form von Kautabletten einnehmen. Fluorid benötigt unser Organismus im Kampf gegen Karies.

Erschreckende Ergebnisse

In den Inhaltstoffen findet sich teilweise PEG oder PEG-Derivate, welche die Schleimhäute der Kinder durchlässiger für Fremdkörper machen. Diese Substanz wird als Konsistenzgeber eingesetzt, jedoch zeigen die anderen 18 Produkte, dass sie  durch nichtschädliche Stoffe ersetzt werden kann. In einigen Kinderzahnpasten wurde außerdem das aggressive Schäumungsmittel Natriumlaurylsulfat nachgewiesen, das die empfindlichen Kinderschleimhäute reizt.

Nachhaltige Auswirkungen auf Konzentration

Während in Lebensmittel die Azofarbstoffe Cochenillerot, Azorubin und Gelborange S durch einen Warnhinweis gekennzeichnet werden müssen, da sie die Konzentration und Aktivität der Kinder beeinflussen kann, enthalten auch einige der Kinderzahnpasten diese Substanzen, ohne dass darauf hingewiesen wird. Sie stehen außerdem in dem Verdacht, Hyperaktivität auszulösen. Kinder schlucken große Mengen der Zahncreme beim Putzen hinunter und so gelangen auch die Azofarbstoffe in den Organismus und können dort Schaden anrichten.

Richtige Putztechnik ist wichtig

Kinder können sich noch nicht zuverlässig die Zähne selbst putzen, jedoch können bereits Kinder ab 2 Jahren ihre Kauflächen selber schrubben, solange Mama oder Papa dann noch einmal nach putzt. Bereits der erste Milchzahn benötigt eine regelmäßige Pflege, am besten verwendet man dafür eine spezielle Babyzahnbürste oder eine Fingerzahnbürste. Selbst im Grundschulalter sollten die Eltern die Zähne noch nachputzen oder wenigstens kontrollieren. Plaque lässt sich beispielsweise frühzeitig durch spezielle Kautabletten sichtbar machen. Die richtige Putzweise sollte man sich von einem Zahnarzt zeigen lassen, denn viele Erwachsene machen bereits bei ihren eigenen Zähne viele Putzfehler, die sich vermeiden lassen, bei unseren Kindern, sollten wir allerdings noch mehr auf die richtige Putztechnik achten. Vorsichtig sollte man auch beim Kauf sein, denn viele s.g. „Juniorzahnpasten“ unterscheiden sich von den Erwachsenen-Zahnpasten nur durch ihre bunte Verpackung, sind aber keine richtigen Kinderzahncremes. Die genauen Testergebnisse der einzelnen Produkte finden Sie auf der Seite des ÖKO-Tests.

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