Schlaf: 12 Fakten

Schlafende Frau
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Unser Schlaf hat direkten Einfluss auf unsere Gesundheit und unsere Leistungsfähigkeit. Allerdings kommt es in unserer Gesellschaft immer häufiger zu Schlafproblemen, die verschiedene Ursachen haben können. Gesunder Schlaf bleibt ein Lieblingsthema in der Wissenschaft, da noch so vieles dabei ungeklärt ist, aber wir stellen Ihnen 12 Fakten vor, die bereits erforscht worden sind.

Glückliche Beziehung fördert gesunden Schlaf

Forscher der University of Pittsburgh haben in einer Studie herausgefunden, dass Frauen in einer glücklichen, stabilen Beziehung oder Frauen, die gerade am Anfang einer neuen Beziehung stehen, einen gesünderen Schlaf haben als Unverheiratete, Singles, Frauen, die sich gerade getrennt haben oder Frauen, die in einer unglücklichen Beziehung leben. Allerdings wirkt sich auch der Schlaf auf die Partnerschaft aus: Denn wer unter Schlafproblemen leidet, hat am nächsten Tag schlechte Laune, die er häufig am Partner auslöst und so Eheprobleme verursacht.

Lange Arbeitszeiten verursachen Schlafprobleme

Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin brachte das Ergebnis, dass lange Arbeitszeiten sich negativ auf unseren Schlaf auswirken. Laut der Untersuchung leidet jeder 5. Arbeitnehmer, der über 35 Stunden in der Woche arbeitet, unter Schlafproblemen, jedoch nur jeder 10. der Teilzeitbeschäftigten. Unter denjenigen, die über 60 Stunden in der Woche im Büro tätig sind, schlägt sich jeder 4. mit Schlafproblemen herum. Schichtarbeit, flexible Arbeitszeiten und Wochenenddienst schädigen zusätzlich den Schlaf. Das Arbeitspensum wirkt sich jedoch nicht nur auf unseren Schlaf aus, sondern auch auf unsere Gesundheit. Denn wer länger arbeitet, ist auch häufiger krank.

Kinder schlafen im eigenem Zimmer besser

Subjektiv empfunden, meinen viele Eltern ihre Kinder schlafen besser, wenn sie bei ihnen im Bett schlafen. Aber eine Studie der St. Joseph’s University in Philadelphia beweist das Gegenteil. Demnach benötigen Kinder, die ein eigenes Bett und ein einiges Zimmer haben, weniger Zeit zum Einschlafen. Außerdem wachen sie nachts seltener auf und haben allgemein weniger Schlafprobleme. Diese liege vor allem daran, dass Kinder, die in einem eigenem Zimmer schlafen, lernen auch ohne die Hilfe ihrer Eltern einzuschlafen, da diese sie meist zu Bett bringen und sie dann alleine lassen. Nächtigen die Kinder aber in einem Zimmer mit ihren Eltern, so warten diese meistens bis das Kind eingeschlafen ist. Wacht das Kind nachts auf, so fehlt ihm diese Unterstützung, um wieder einzuschlafen.

Koffein hilft bei Übernächtigung

Wer unter Schlafmangel leidet, schätzt Risiken falsch ein. Allerdings trifft das nicht auf Unausgeschlafene zu, die Koffein zu sich genommen haben, denn dieses schützt vor Kurzschlussreaktionen. In einer Studie zeigte sich, dass Menschen, denen 3 Tage der Schlaf verwehrt wurde, impulsiv handelten und den Überblick über ihre Taten verloren. Nahmen Sie jedoch Koffein zu sich, dann zeigten sie auch nach 75 Stunden keine erhöhte Risikobereitschaft. Nach zwei Tagen konnte jedoch noch kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden, denn zu diesem Zeitpunkt herrschte in beiden Gruppen noch die gleiche Risikobereitschaft, demzufolge erhöht sich die Risikobereitschaft erst nach 3 Tagen ohne Schlaf.

Schlafmangel wirkt sich auf Leistung aus

Das Clayton Sleep Institute in St. Louis kam zu dem Ergebnis, dass wer viel leisten will, auch viel schlafen sollte, denn sonst Schlafmangel wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit aus. Nach 36 Stunden Schlafentzug lässt die kognitive Fähigkeit eines jeden Menschen extrem nach, deswegen bringt es nichts, auf Schlaf zu verzichten, um noch zu lernen oder ein Projekt fertig zustellen. Auf diese Art schleichen sich nur Fehler in die Arbeit ein, denn die Konzentration, die Merkfähigkeit und die Aufmerksamkeit lässt nach.

Privilegierte haben einen gesünderen Schlaf

Bildung, Geld und Status wirkt sich auch unseren Schlaf aus. Laut einer Studie der University of Pennsylvania in Philadelphia schlafen Menschen mit höherem sozioökonomischen Status und höherer Bildung besser als Menschen einer niedrigeren Gesellschaftsschicht. Rund ein Viertel der Studienteilnehmer mit einem Einkommen, das weniger als 10.000 $ im Jahr beträgt, leiden unter Schlafproblemen, jedoch nur jeder 8. mit einem Einkommen über 75.000 $. Je höher der Schulabschluss, desto besser auch der Schlaf. Laut der Studie schlafen Festangestellte, Hausfrauen, Rentner und Studenten am tiefsten und besten.

Schlaf verhindert Gefäßverkalkung

Gesunder Schlaf senkt auch das Risiko eines Herzinfarktes, da die Arterien bei gutem Schlaf weniger verkalken. Dazu reicht bereits eine Stunde Schlaf aus, denn wer eine Stunde länger schlaft, bei dem verkalken sich die Arterien um rund ein Drittel weniger. Zudem haben Langschläfer einen niedrigeren Blutdruck und sind in einem besseren Allgemeinzustand. Dieses Ergebnis beweist wieder einmal, wie wichtig Schlaf auch für unsere Gesundheit ist.

Erhöhtes Diabetesrisiko

Wer regelmäßig unter 6 Stunden Schlaf erhält, erhöht sein Diabetesrisiko, denn die Gefahr für gestörte Nüchternblutzuckerwerte steigt um knapp das Fünffache verglichen mit Menschen, die genügend Schlaf bekommen. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass Hormone und das Nervensystem den Zusammenhang zwischen unzureichendem Schlaf und gestörtem Nüchternblutzucker bedingen. Allerdings ist auch zu langer Schlaf ungesund, da sich auch hier das Diabetesrisiko erhöht. Am gesündesten ist demnach eine Schlafdauer von 6 –8 Stunden.

Mittagsschlaf erhöht Fähigkeit, Gefühle zu erkennen

Ein kurzer Mittagsschlaf erhöht nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern erleichtert es uns auch die Mimik anderer Personen zu deuten. Wissenschaftler um Ninad Gujar von der University of California in Berkley untersuchten dafür zwei Gruppen von Probanden, denen sie Bilder von Menschen zeigten, die entweder Angst, Freude, Wut und Trauer zur Schau stellten. Die Probanden sollten die Bilder dann den entsprechenden Gefühlen zuordnen. Die Probanden, die einen Mittagsschlaf halten durften erkannten auch die positiven Gefühle der Menschen und ordneten diese richtig zu. Die Probanden ohne Schlafpause jedoch neigten dazu, eher negative Gefühle zu erkennen. Menschen, die beruflich viel mit anderen Personen zu tun haben, sollten deswegen häufiger einmal einen kurzen Mittagsschlaf einplanen, damit sie ihr Gegenüber richtig einschätzen können.

Didgeridoo heilt Schnarchen

Didgeridoo, das klassische Instrument der Aborigines, kann bei der Bekämpfung von Schnarchanfällen helfen. Denn Zungen- und Rachenübungen, wie sie Didgeridoospieler praktizieren, trainieren die Rachenmuskulatur und können so nächtliche Atemaussetzer und Schnarchen, die eine entspannende Tiefschlafphase verhindern, lindern. Lange Zeit war man in Fachkreisen der Meinung, dass eine stärkere Rachenmuskulatur keinen Einfluss auf die Schlafqualität habe. Eine neue Studie hat jetzt aber das Gegenteil bewiesen: Die Probanden mussten 3 Monate lang die Didgeridoo-Atemübungen machen. Das Ergebnis: Die Schnarchsymptome besserten sich um ca. 40%.

Kreative Köpfe brauchen Schlaf

In der s.g. REM-Phase träumen wir, verarbeiten Informationen und bewältigen Stress. Diese Phase gehört zu einem gesunden Schlaf dazu und auch die Kreativität entsteht erst in dieser Schlafphase. Zu diesem Ergebnis kamen die Psychologen um Sara Mednick und Denise Cai von der Universität von Kalifornien in San Diego. Die Testpersonen schnitten bei Denkaufgaben besser ab, wenn sie zuvor ein tiefes Nickerchen machen durften. Hatten sie nur etwas geruht, kann fiel es ihnen schwieriger die Aufgaben zu lösen. Sobald die Probanden die Phase des sogenannten REM-Schlafs erreichten, lösten sie Aufgaben besonders gut, die kreatives Verknüpfen erforderten.

Schlafmangel und Hunger gehen gemeinsam einher

Schlafmangel und Hunger stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Forscher fanden nun heraus, dass chronischer Schlafmangel eine Ursache für Übergewicht ist. Verantwortlich dafür sind Schwankungen im Hormonhaushalt, die zu Heißhungerattacken führen. Dabei leiden die Schlaflosen zunächst unter Appetitlosigkeit, wann dann schlagartig in Heißhunger umschlägt. Dieser Bericht hat Ihnen hoffentlich deutlich gemacht, wie wichtig ein gesunder Schlaf für unser Wohlbefinden und auch unsere Gesundheit ist, deswegen sollten Sie nicht leichtfertig auf ihn verzichten.

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