Laktoseintoleranz: Wenn Milch krank macht

Milchprodukte
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Nahrungsmittelunverträglichkeiten treten in unserer Gesellschaft immer häufiger auf, die Laktoseintoleranz ist eine der am weitesten verbreiteten, denn jeder 7. Deutsche leidet unter ihr. Diese Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit ist besonders unangenehm, da Milchprodukte zu unseren Grundnahrungsmitteln gehören.

Milch nur dank Mutation genießbar

Milch ist die erste Nahrung der Säugetiere, jedoch war es von der Natur nicht vorhergesehen, dass auch erwachsene Tiere und Menschen noch Milch zu sich nehmen. Aus diesem Grund verloren sie nach dem Abstillen die Fähigkeit Laktose, also Milchzucker, zu spalten. Erst zusammen mit der Viehwirtschaft kam es zu einer Genmutation, die dem Menschen erlaubt auch im Erwachsenenalter Laktose zu spalten. Doch noch nicht jeder Mensch verfügt über dieses Gen, denn in Ländern, die sich nicht von Milch ernähren, kam es auch nicht so schnell zu dieser Mutation. In Deutschland fehlen nur rund 17% der Menschen dieses Gen, in Südostasien sind es 98% der Menschen.

Symptome

Wenn ein laktoseintoleranter Mensch dann Milch oder Milchprodukte zu sich nimmt, dann bekommt er die unangenehmen Folgen zu spüren, denn der Darm kann die Laktose nicht spalten. Aus diesem Grund leiden die Betroffenen unter einem aufgetriebenen und druckempfindlichen Bauch, Magenweh, Durchfall und Blähungen. Die Laktoseintoleranz ist nicht angeboren, sondern tritt erst im Laufe des Lebens auf. Vorsicht ist auch bei versteckten Laktoselieferanten geboten, beispielsweise enthalten manche Medikamente Laktose.

Unterschiedliche Unverträglichkeiten

Eine Laktoseintoleranz verläuft nicht immer im gleichen Ausmaß, denn je nach Genetik, vertragen die einen überhaupt keine Laktose mehr, während die anderen nur bei einem erhöhten Verzehr von Milchprodukten Probleme bekommen. Eine bestimmte Menge Laktose toleriert der Körper auch bei Unverträglichkeiten, deswegen muss man unterscheiden zwischen einer Laktoseintoleranz und einer Laktoseallergie, bei der überhaupt kein Milchzucker mehr aufgenommen werden darf.

Therapie

Die Betroffenen können mit einer laktosearmen Ernährung die Beschwerden in der Regel ganz gut in den Griff bekommen. Inzwischen gibt es auch schon in Supermärkten s.g. „Minus-L“ Produkte zu kaufen, die laktosefrei sind. Als Milchersatz kann man Soja- oder Kokosmilch verwenden, je nach Vorliebe. Sollte man bereits vorher wissen, dass man essen geht oder einmal nicht auf laktosefreie Nahrung verzichten möchte, kann man Laktase-Tabletten einnehmen. Dies ist das Laktose-spaltende Enzym und hilft bei der Verdauung, allerdings sollte es nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, sondern immer nur zu einzelnen Anlässen.

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